Eine Balance zwischen Arbeit und Erholung finden
Jeder Leistungssportler weiss,
dass er mit ernsthaften Verletzungen und Erkrankungen rechnen muss, wenn er zwischen
intensiven Trainingseinheiten keine Ruhepausen einlegt. So wie im Sport kaum
Leistungssteigerungen erreicht werden können, wenn die Muskeln zwischendurch nicht
Ruhe, Erholung und Entspannung bekommen, geht auch die geistige und seelische
Leistungsfähigkeit verloren, wenn man ihr nicht regelmässige Erholungspausen
zukommen lässt. Regelmässig eingeplante Zeitfenster im Arbeitsalltag, die frei von
(selbst oder fremd vorgegebenen) Leistungsanforderungen sind und ausschliesslich der
eigenen Ruhe und Erholung dienen, sind gerade unter Dauerbelastung unverzichtbar.
Sehr leistungsorientierten Personen mit einem Hang zur Selbstüberforderung fällt es
jedoch unglaublich schwer, Ruhepausen (ohne Aktivitäten) als genauso wichtig für
die langfristige Qualität ihrer Arbeit zu akzeptieren, wie ihre Bereitschaft,
sich anzustrengen, den Willen, hohe Ansprüche zu erfüllen und das Bestreben,
immer besser zu werden, unentbehrlich zu sein etc.
Nehmen wir eine Analogie
aus dem Sport auf. Als Faustregel für Marathonläufer gilt: für jeden gelaufenen
Wettkampfkilometer sollte das anschliessende Training einen halben Tag stark
reduziert werden (nach einem Marathonlauf von rund 42 km also ungefähr drei
Wochen deutlich reduzierte Laufaktivität,
vgl. Grüning 2008 1), S. 104).
Ähnliches liesse sich für berufliche Top-Leister und sich verausgabende
Arbeitstätige fordern: zwei Arbeitstage mit hohen Arbeitsbelastungen bzw.
einer hohen psychischen Beanspruchung des Individuums rechtfertigen einen
halben Tag mit reduzierter Aktivität bzw. gezielter psychischer Erholung,
da andernfalls die Leistungsfähigkeit auf Dauer Schaden nimmt.
Nette Forderung, aber keine Zeit, sie umzusetzen? Das ist ein häufig
anzutreffender Gedanke bei Burnout-gefährdeten Menschen. Dazu lässt sich nur
sagen: permanentes Ignorieren körperlicher und psychischer Grundbedürfnisse
führt früher oder später hundertprozentig sicher zum körperlichen oder
psychischen Zusammenbruch, nicht selten sogar beides gleichzeitig.
Wer das nicht riskieren will, muss sich vorher um einen entsprechenden
Ausgleich kümmern.
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03.12.2010 - cmz
Fussnoten:
1)
Grüning, Martin: Marathon unter 4 h in 6 Monaten. Meyer & Meyer, Aachen 2008
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