Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

Burnout Bewältigung: der Aufbau körperlicher und psychischer Ressourcen

Körperliche und psychische Ressourcen wirken wie ein Puffer gegen "objektive" Stressbelastungen. Sie sind vielfältig und individuell unterschiedlich - die eine telefoniert zum Stressabbau am liebsten stundenlang mit ihren Freundinnen, bequatscht mit ihnen das erlebte Stress-Geschehen und fühlt sich danach emotional und seelisch gestärkt. Der andere geht am liebsten den ganzen Tag allein angeln und kriegt dadurch "den Kopf wieder frei".

Beim Aufbau bzw. der Verstärkung der eigenen Ressourcen ist Selbstbeobachtung gefragt: was funktioniert gut? Wonach fühlt man sich erholt, befreit, in seinen Energien wieder etwas aufgetankt. Als Massnahme gegen Dauerstress kann es sehr hilfreich sein, das eigene Ressourcen-Repertoire zu erweitern und diejenigen Erholungsstrategien aufzugreifen, die bei einem selbst am besten und langfristig am "tiefsten" wirken.

Nachfolgend einige erfolgsversprechende Strategien zum Aufbau körperlicher und psychischer Ressourcen.

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Eine Balance zwischen Arbeit und Erholung finden

Jeder Leistungssportler weiss, dass er mit ernsthaften Verletzungen und Erkrankungen rechnen muss, wenn er zwischen intensiven Trainingseinheiten keine Ruhepausen einlegt. So wie im Sport kaum Leistungssteigerungen erreicht werden können, wenn die Muskeln zwischendurch nicht Ruhe, Erholung und Entspannung bekommen, geht auch die geistige und seelische Leistungsfähigkeit verloren, wenn man ihr nicht regelmässige Erholungspausen zukommen lässt. Regelmässig eingeplante Zeitfenster im Arbeitsalltag, die frei von (selbst oder fremd vorgegebenen) Leistungsanforderungen sind und ausschliesslich der eigenen Ruhe und Erholung dienen, sind gerade unter Dauerbelastung unverzichtbar. Sehr leistungsorientierten Personen mit einem Hang zur Selbstüberforderung fällt es jedoch unglaublich schwer, Ruhepausen (ohne Aktivitäten) als genauso wichtig für die langfristige Qualität ihrer Arbeit zu akzeptieren, wie ihre Bereitschaft, sich anzustrengen, den Willen, hohe Ansprüche zu erfüllen und das Bestreben, immer besser zu werden, unentbehrlich zu sein etc.

Nehmen wir eine Analogie aus dem Sport auf. Als Faustregel für Marathonläufer gilt: für jeden gelaufenen Wettkampfkilometer sollte das anschliessende Training einen halben Tag stark reduziert werden (nach einem Marathonlauf von rund 42 km also ungefähr drei Wochen deutlich reduzierte Laufaktivität, vgl. Grüning 2008 1), S. 104). Ähnliches liesse sich für berufliche Top-Leister und sich verausgabende Arbeitstätige fordern: zwei Arbeitstage mit hohen Arbeitsbelastungen bzw. einer hohen psychischen Beanspruchung des Individuums rechtfertigen einen halben Tag mit reduzierter Aktivität bzw. gezielter psychischer Erholung, da andernfalls die Leistungsfähigkeit auf Dauer Schaden nimmt.

Nette Forderung, aber keine Zeit, sie umzusetzen? Das ist ein häufig anzutreffender Gedanke bei Burnout-gefährdeten Menschen. Dazu lässt sich nur sagen: permanentes Ignorieren körperlicher und psychischer Grundbedürfnisse führt früher oder später hundertprozentig sicher zum körperlichen oder psychischen Zusammenbruch, nicht selten sogar beides gleichzeitig. Wer das nicht riskieren will, muss sich vorher um einen entsprechenden Ausgleich kümmern.


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03.12.2010 - cmz


Fussnoten:

1) Grüning, Martin: Marathon unter 4 h in 6 Monaten. Meyer & Meyer, Aachen 2008

 








 
 

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