Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.
Überzogene und unrealistische Erwartungen (an sich selbst, an die Geschwindigkeit
des beruflichen Fortkommens, an die Anerkennung von Kollegen oder die Dankbarkeit
von Kunden / Klienten/ Patienten/ Schülern / den eigenen Kindern etc.) sind eine
sichere Quelle für Dauerstress. Das gleiche gilt für viel zu hochgesteckte berufliche
oder private Ziele.
Der Soll/Ist-Vergleich von aktueller Situation und eigenen
(unerreichbaren) Perfektions-Ansprüchen kann dabei nur negativ ausfallen.
Ein möglicher Weg aus dieser "Perfektionismus-Falle" besteht darin, sich die eigenen
(heimlichen oder offensichtlichen) Erwartungen und Ziele bewusst zu machen und einmal
kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Welche dieser so verbissen verfolgten Ziele sind
- bei nüchterner Betrachtung - einfach nicht realistisch? Mit welchen Zielen
"überhebt" man sich (und ggf. andere) schlicht, wenn man sie verfolgt?
Welche können nur unter Inkaufnahme grösster Belastungen und Verausgabungen realisiert
werden? Und sind sie das wirklich wert? Welchen "Preis" ist man bereit, dafür zu zahlen?
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Das Überprüfen von Erwartungen und Zielen funktioniert gut, wenn man Enttäuschung
über etwas verspürt. Enttäuschungen sind im Grunde nichts anderes als nicht-erfüllte
Erwartungen. Sie stellen damit die Gelegenheit für das Überprüfen und ggf. Revidieren
dieser Erwartungen dar. Aus überzogenen Erwartungen sprechen häufig tiefe innere
Bedürfnisse, z.B. das Bedürfnis nach Anerkennung, nach Kontrolle oder nach sozialer
Eingebundenheit, nach Gemocht-werden. Es geht bei der Selbst-Überprüfung daher auch
nicht darum, die eigenen Bedürfnisse, Ziele und Erwartungen "mundtot" zu machen,
sie auf null herunterzuschrauben oder vollkommen aufzugeben und sich in eine Art
"resignative" Zufriedenheit zu fügen. Sondern der Sinn der kritischen Überprüfung ist,
zwar anspruchsvolle, aber dennoch realistische Zielsetzungen und Erwartungen zu hegen.
Damit ändert sich zumeist auch die aktuelle Situationsbewertung, und man lernt,
in der Stresssituation innerlich gelassener zu reagieren und sich wieder über
Teilerfolge freuen zu können.
Eine solche Überprüfung kann mittels eines "inneren" Dialogs stattfinden.
Als noch hilfreicher entpuppt es sich aber oft, Freunde oder Vertraute zu Rate zu
ziehen, oder sich die Hilfe einer Fachperson, z.B. einem Psychotherapeuten zu suchen.
Sie können beim Ordnen der Gedanken und Gefühle, bei der Aufdeckung bislang nicht
bedachter Aspekte und beim Ausbalancieren einander widersprechender Ziele und
Wünsche helfen. Nicht zuletzt kann das Hinterfragen der eigenen Ziele manchmal auch
zu dem Schluss führen, ein anderes Leben führen zu wollen.