Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.
Nicht jeder Mensch geht mit externen Stressfaktoren wie z.B. Zeitdruck,
Aufgabenvielfalt oder Konflikte im sozialen Umfeld auf die gleiche Weise um.
Einige Menschen werden durch ein und denselben externen Stressor stärker
gestresst und psychisch beansprucht als andere. Warum ist das so?
Eine Erklärung für die grossen Unterschiede bietet das
Transaktionale Stressmodell von Lazarus1)2),
das vielen Stresspräventions- und -behandlungsansätzen implizit oder explizit
zugrunde liegt.
Das transaktionale Stressmodell von Lazarus geht davon aus, dass die Reaktion
auf externe Stressfaktoren massgeblich von den Gedanken, Beurteilungen und Bewertungen
einer Person in der jeweiligen Situation bestimmt werden.
Stress entsteht, wenn ein Ungleichgewicht besteht zwischen den Anforderungen,
die an eine Person gestellt werden, und den persönlichen Möglichkeiten und Ressourcen,
die zur Verfügung stehen, um die Anforderungen zu bewältigen.
Die folgende Abbildung zeigt das transaktionale Stressreaktionsmodell
nach Lazarus in vereinfachter Darstellung:
Das Modell erklärt den individuell unterschiedlichen psychischen Beanspruchungsgrad
ein und derselben (Stress-)Situation folgendermassen: Menschen bewerten Umweltreize,
Situationen und externe Ereignisse automatisch subjektiv in Bezug auf ihre Relevanz
und persönliche Bedeutung. Lazarus bezeichnet diese subjektive Einschätzung
als "primäre Bewertung", wobei "primär" nichts mit der zeitlichen Abfolge oder der
Wichtigkeit des Bewertungsschrittes zu tun hat. Die Bezeichnung "primär" und
"sekundär" dienen lediglich der Unterscheidung zwischen zwei inhaltlich verschiedenen
Bewertungsschritten, die zumeist simultan erfolgen.
Menschen betrachten also externe Ereignisse und Situationen als entweder positiv,
irrelevant oder als potenziell bedrohlich (für das persönliche Wohlbefinden,
die eigenen Ziele, die eigene Person) und damit stressrelevant.
Wird die Situation als stressend erlebt, kann diese Bewertung in drei Abstufungen erfolgen,
nämlich als herausfordernd, bedrohend oder als schädigend.