Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

 

Derartige Reaktionen des Körpers waren in früheren Zeiten zweifellos überlebenswichtig, ermöglichten sie doch, ein Zaudern und Zögern in Kampf- oder Fluchtsituationen zu vermeiden. In unserer heutigen Zivilisation sind sie jedoch eher schädlich, da sich die frei gewordenen Energien bei Dauerstress gegen den eigenen Körper und dessen Gesundheit richten. Wird dem Körper beispielsweise Schlaf entzogen, dann kann er sich nicht mehr ausreichend regenerieren. Ein dauerhaft erhöhter Puls führt zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Herz-Kreislauferkrankungen.

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Ein langfristig erhöhter Cortisolspiegel hemmt die Neubildung von Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen und führt sogar zum Absterben neuronaler Verschaltungen im Gehirn. Dauerstress hat somit u.a. Gedächtnis-, Appetit-, Libido- und Schlafstörungen, verstärkten Fettansatz, Muskelschwund und Depressionen zur Folge.

Einige psychobiologische Untersuchungen zum Burnout-Syndrom ( z.B. Weber 20051) und Pruessner et al. 19992) ) kommen interessanterweise zu dem Ergebnis, dass der Cortisolspiegel von Burnout-Betroffenen in Belastungssituationen vergleichsweise niedrig ist, was sozusagen bedeutet, dass zu wenig vom Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, wodurch Symptome wie Müdigkeit, Schmerzen, geringe Aufmerksamkeit und verminderte Belastungsfähigkeit erklärbar werden. Von einigen Forschern ( siehe z.B. Bieger 20063) ) wird vermutet, dass Dauerstress bei einigen Menschen erst zu einer Erhöhung der Cortisolwerte führt, dann jedoch zu einer niedrigeren Reaktivität auf dieser Stressachse durch eine Überlastung der entsprechenden Rezeptoren.

Andere Studien hingegen stellten bei subjektiv chronischem Stress und Arbeitsüberlastung überdurchschnittlich erhöhte Cortisolkonzentrationen bei den Betroffenen fest ( vgl. Pruessner et al. 20034), Steptoe et al. 20045), Schulz et al. 19986) ). Die Befunde hierzu sind also nicht eindeutig, eine detailliertere wissenschaftliche Klärung des genauen komplexen Zusammenspiels psychobiologischer und genetischer Faktoren bei chronischem Stress bzw. der Entwicklung eines Burnout-Syndroms steht noch aus.

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19.10.2010 - cmz


Fussnoten:

1) Weber, V. (2005): Untersuchung von Salivacortisol und psychometrischen Verfahren als Komponenten einer psychobiologischen Beanspruchungsdiagnostik. Dissertation Uni Mannheim.

2) Pruessner, J., Hellhammer, D. & Kirschbaum, C. (1999): Burnout, perceived stress and cortisol responses to awakening. In: Psychosomatic Medicine, 61, S. 197-204.

3) Bieger, W. P. (2006): Stress - Depression - Burnout. Online: hier

4) Pruessner, M., Hellhammer, D., Pruessner, J. & Lupien, S.J. (2003): Self-reported depressive symptoms and stress levels in healthy young men: Associations with the cortisol response to awakening. In: Psychosomatic Medicine, 65, S. 92-99.

5) Steptoe, A., Siegrist, J., Kirschbaum, C. & Marmot, M. (2004): Effort-Reward Imbalance, Overcommitment, and measures of cortisol and blood pressure over the working day. In: Psychosomatic Medicine, 66, S. 323-329.

6) Schulz, P., Kirschbaum, C., Pruessner, J. & Hellhammer, D.H. (1998): Increased free cortisol secretion after awakening in chronically stressed individuals due to work overload. In: Stress Medicine, 14, S. 91-97.

 








 
 

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