Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

 

Männer, die sich als Hausmann betätigen, gelten in den Augen ihrer Geschlechtsgenossen zumeist als Versager und "Schlappschwänze". Um als Mann aus gesellschaftlicher Perspektive erfolgreich zu sein, muss er sich auf bemessbare äussere Werte wie den beruflichen Status (inklusive dazugehöriger Statussymbole), Einkommen und berufliche Auszeichnungen fixieren. Er muss gerade die ersten Berufsjahre möglichst stark ranklotzen, um auf der Hierarchie nach oben klettern zu können und sich eine der gleichermassen begehrten wie raren Führungspositionen zu sichern. Dabei sind Überstunden Pflicht, denn entgegen aller Beteuerungen aus den Unternehmen zählt die Anwesenheitszeit bei der Beurteilung von Leistungsbereitschaft (und damit der Beförderungswürdigkeit) mehr als das tatsächliche Endergebnis der Arbeit.

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Bei den Frauen droht ebenfalls Überarbeitung durch die Internalisierung der an sie gerichteten gesellschaftlichen Rollenerwartungen: sie sollen sowohl Karriere als auch Kinderaufzucht unter einen Hut bekommen. Überlassen sie dem Mann die Hauptaufgaben im Haushalt und die Erziehung der Kinder (oder delegieren dies an ein Heer familienexterner Dienstleister), um sich ihrer Karriere zu widmen, gelten sie als Rabenmütter, als Egoistinnen oder als vermännlicht. Bleiben sie indes ganz zu Hause, um sich trotz hochqualifizierter Berufsausbildung voll und ganz auf Kinder und Küche zu konzentrieren, werden sie als "Glucken", "Emanzipationsverräterinnen" und "Heimchen am Herd" verunglimpft. Der Versuch, alles miteinander vereinbart bekommen und gleichermassen gute Mutter, Ehefrau und Mitarbeiterin bzw. Managerin zu sein, bietet mithin ein schier unendliches Überarbeitungs- und Erschöpfungs-Potenzial.

Derartige gesellschaftliche Wertvorstellungen und rollenspezifische Erwartungen legitimieren die Selbstausbeutung des Einzelnen also nicht nur, sondern lassen sie sogar als geradezu erstrebenswert erscheinen.

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03.11.2010 - cmz

 








 
 

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