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Bei den Frauen droht ebenfalls Überarbeitung durch die Internalisierung der an sie
gerichteten gesellschaftlichen Rollenerwartungen: sie sollen sowohl Karriere als auch
Kinderaufzucht unter einen Hut bekommen. Überlassen sie dem Mann die Hauptaufgaben
im Haushalt und die Erziehung der Kinder (oder delegieren dies an ein Heer
familienexterner Dienstleister), um sich ihrer Karriere zu widmen,
gelten sie als Rabenmütter, als Egoistinnen oder als vermännlicht.
Bleiben sie indes ganz zu Hause, um sich trotz hochqualifizierter Berufsausbildung
voll und ganz auf Kinder und Küche zu konzentrieren, werden sie als "Glucken",
"Emanzipationsverräterinnen" und "Heimchen am Herd" verunglimpft.
Der Versuch, alles miteinander vereinbart bekommen und gleichermassen gute Mutter,
Ehefrau und Mitarbeiterin bzw. Managerin zu sein, bietet mithin ein schier
unendliches Überarbeitungs- und Erschöpfungs-Potenzial.
Derartige gesellschaftliche Wertvorstellungen und rollenspezifische
Erwartungen legitimieren die Selbstausbeutung des Einzelnen also nicht nur,
sondern lassen sie sogar als geradezu erstrebenswert erscheinen.
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03.11.2010 - cmz
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