Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

 

Die "Segnungen" des elektronischen Zeitalters mit ihren Hilfsmitteln wie Handy, Blackberry und Notebook in Verbindung mit der Allgegenwärtigkeit eines Internetanschlusses tragen ein Übriges dazu bei, nicht einmal im Zug, auf der Autobahn oder in der Flughafen-Lounge, geschweige denn auf dem heimatlichen Sofa oder im Urlaub eine echte Auszeit von der Arbeit zu bekommen. Ständige Erreichbarkeit wird vielerorts als notwendig und daher selbstverständlich betrachtet. Kerbers1) Fazit:

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"Bestand im Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert vor allem die Gefahr der Entfremdung von der Arbeit und der Fremdausbeutung, droht mittlerweile in der Dienstleistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts plötzlich das Gegenteil: die Selbstausbeutung." (Kerber1) 2005, S. 28)

Das, was Kerber populärwissenschaftlich-pointiert beschreibt, wird im arbeitssoziologischen Kontext unter dem Terminus "Subjektivierung von Arbeit" gefasst. In einem Buch mit dem gleichnamigen Titel schreiben die Wissenschaftler Prof. Dr. Moldaschl und Prof. Dr. Voss2):

"[Die] steigende[n] Gestaltungsfreiheiten [erweisen] sich nun immer mehr als systematische Gefährdungen neuer Art für Betroffene (..), (..) die Gewährung von Autonomie [wird] zu einer neuen und, weil nur schwer zu durchschauenden, effizienteren Herrschafts- und Ausbeutungstechnik (..)." (Moldaschl & Voss 2002, S. 14).

In diesem Zusammenhang ist von der "Internalisierung von Marktmechanismen", der "Selbst-Ökonomisierung" und "Selbst-Rationalisierung" die Rede.

Es braucht also nicht eine "Burnout-Persönlichkeit" als zwingende Grundlage, um im Arbeitskontext frühzeitig ein Prinzip der Selbstausbeutung zu praktizieren. Wenn allerdings zu den o.g. Rahmenbedingungen der Arbeit eine solche Persönlichkeitsstruktur hinzukommt, fällt eine gesunde Distanzierung von der eigenen Arbeitstätigkeit umso schwerer.


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27.10.2010 - cmz


Fussnoten:

1) Kerber, B. (2005): Die Arbeitsfalle - und wie man sein Leben zurückgewinnt. Strategien gegen die Selbstausbeutung und für ein wertvolles Leben. Regensburg/Berlin: Walhalla.

2) Moldaschl, M. & Voss, G. G. (Hrsg.) (2002): Subjektivierung von Arbeit. (Arbeit, Innovation und Nachhaltigkeit, Band 2). München und Mehring: Rainer Hampp Verlag.

 








 
 

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