Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

 

Die Folgen derartiger Konzepte beschreibt Dr. Bärbel Kerber1) folgendermassen:

"So weit, so prächtig, könnte man meinen. Frei und souverän die eigene Arbeitszeit einteilen zu können, ist ein grosser Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Selbstständigkeit. Doch merkwürdigerweise führte der Abschied von der Stempeluhr ausgerechnet dazu, dass mehr und mehr Überstunden geleistet wurden. (...) Mit Unterstützung der IG Metall und einigen Wissenschaftlern (..) [wird] nun schon seit Jahren [untersucht], wie diese neue Selbstständigkeit die Mitarbeiter überfordert. (...)

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Dabei wurde deutlich: Es herrscht Druck auch ohne Zwang. Weil die Beschäftigten statt eines Zeitsolls nun ehrgeizige Zielvorhaben zu erfüllen haben, arbeiten sie länger - nicht, weil ihr Vorgesetzter es fordert, sondern weil sie fürchten, das erwartete Ergebnis nicht zu schaffen, weil jeder weiss, dass er riskiert, Opfer von Outsourcing, Personalabbau oder eines Karriereknicks zu werden, sofern er die Erwartungen nicht erfüllt." (Kerber1) 2005, S. 18f.)

Ähnlich förderlich für die eigene Selbstausbeutung hätten sich Managementkonzepte wie "Lean Management" ausgewirkt, deren Resultate aus flacheren Unternehmenshierarchien und damit mehr Verantwortung für den Einzelnen bestünden. Dies habe zur Folge, dass der Einzelne bestrebt sei, jede Entscheidung und ihre Zahlen- bzw. Informationsgrundlage doppelt und dreifach zu prüfen, um sich gegen Fehlentscheidungen abzusichern, was wiederum ein Anschwellen des Arbeitsvolumens mit sich bringe.

Flankiert werden diese organisationsstrukturellen durch weitere Erfordernisse und Ansprüche, die die Globalisierung und die Fortschritte der digitalen Technik mit sich bringen. Dazu Kerber1) (2005, S. 25):

"Wenn der Kollege in San Francisco nun erst ins Office kommt, wenn ich eigentlich Büroschluss hätte, führe ich das Telefonat eben nach dem Abendessen von zu Hause aus. Die Globalisierung beschert uns so manche Besprechung zu verrückten Nachtstunden."

- Oder wie der Soziologe Ulrich Beck es formuliert: "Im Land der Globalisierer geht die Sonne nie unter."


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27.10.2010 - cmz


Fussnoten:

1) Kerber, B. (2005): Die Arbeitsfalle - und wie man sein Leben zurückgewinnt. Strategien gegen die Selbstausbeutung und für ein wertvolles Leben. Regensburg/Berlin: Walhalla.

 








 
 

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