Ein Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom, das sich über
längere Zeit schleichend durch Überforderung wie
Stress entwickeln kann. Häufig trifft es
gerade sehr engagierte Personen.

 

 

 

Beziehungen pflegen

Unterstützende soziale Beziehungen (z.B. zum Partner, zur Familie, zu Freunden, Kollegen etc.) haben mithin die grösste Pufferwirkung gegen die schädigenden Effekte von Stress. Das kann als wissenschaftlich belegt gelten (für einen guten Überblick über die einschlägigen Studien hierzu aus über 25 Jahren Forschung siehe Wolf 1998 1)). In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde der lineare Zusammenhang zwischen wahrgenommener sozialer Unterstützung und "psychophysischem Befinden" aufgedeckt.

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Dass es diesen Zusammenhang bzw. diesen Puffer-Effekt gibt, ist also unbestritten. Nur warum soziale Unterstützung so gut als Stress-Puffer wirkt und über welchen "Wirkungspfad" dies verläuft, darüber gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten, unterschiedliche Wirksamkeitsmodelle. Es wird u.a. vermutet, dass soziale Unterstützung den Selbstwert, die Motivation, die Erfolgserwartung und die Verfügbarkeit eigener Fähigkeiten erhöht, behindernde emotionale Erregung reduziert und die Einschätzung von Stress und den eigenen Fähigkeiten positiv verändert, ferner positiven Einfluss auf das Problemlösungsverhalten der Person nimmt, ihr Wohlbefinden unmittelbar steigert und sie damit negative Ereignisse leichter ertragen und bewältigen lässt (vgl. Wolf 1998 1), S. 63f.).

Darüber hinaus hat soziale Unterstützung einen Einfluss auf gesundheitsrelevantes Verhalten, d.h. beispielsweise eine gesunde Ernährung, körperliches Training, die Einnahme erforderlicher Medikamente oder das Aufsuchen professioneller Hilfe (vgl. Wolf 1998 1), S. 64). Als wesentlicher Wirkfaktor für diese positiven Effekte von sozialer Unterstützung auf das Stresserleben und die Stressbewältigung kommt u.a. die Vermittlung von Autonomie an den Unterstützten und das Erleben von Verbundenheit zu anderen Personen in Frage. In jedem Falle stellt soziale Unterstützung eine essentielle Ressource zur Stressbewältigung dar und wird daher auch als "soziale Ressource" bezeichnet. Fatalerweise laufen gerade Burnout-Betroffene Gefahr, diese "Sorte" von Stressbewältigungs-Ressourcen vollkommen zu vernachlässigen. Erst vielleicht aus Zeitgründen, weil sie sich stark mit ihrer Arbeit identifizieren und sie wichtiger als alles andere nehmen, später dann (in einem fortgeschrittenen Burnout-Stadium), weil sie mittlerweile erschöpft, müde und überfordert den totalen sozialen Rückzug antreten.

In einigen Berufsgruppen wird bereits in der Aus- und Weiterbildung (z.B. bei Krankenpflegern, Lehrern) auf das Burnout-Thema aufmerksam gemacht und berufliche soziale Unterstützung in Form von themenbezogenen Gesprächskreisen und Selbsthilfegruppen organisiert.

Eigene Interessen und Hobbies pflegen

Erfolgserlebnisse, Kompetenzerleben oder schlicht die Freude an einer gerade ausgeführten Tätigkeit sind Kernaspekte freiwillig betriebener Freizeithobbies und aktiv verfolgter Interessen. Derartige Gefühlskomponenten sind eine Ressource bei der Stressbewältigung, indem sie - sofern regelmässig betrieben - einen emotionalen Ausgleich zu den als negativ und belastend wahrgenommenen Stresssituationen am Arbeitsplatz schaffen. Die Erholungskomponente ist bei Hobbies, die Freude bereiten und ohne übertriebenen Leistungsanspruch den Geist und die Seele in optimaler Weise anregen, deutlich höher, als wenn man die gleiche Zeit beispielsweise passiv vor dem Fernseher verbringt.


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03.12.2010 - cmz


Fussnoten:

1) Wolf, I. A. (1998): Effekte von Stress, sozialer Unterstützung und Persönlichkeitsvariablen auf psychisches Befinden. Dissertation Universität Marburg.

 








 
 

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