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Alex L. hatte das befremdende Gefühl,
wie eine Maschine zu funktionieren und sich selbst nur noch von aussen
zuzusehen. Wenn er abends oder nachts nach einem langen Arbeitstag
völlig erschöpft ins Bett fiel, konnte er dennoch nicht einschlafen,
sondern lag grübelnd wach, von einer fortdauernden Unruhe erfüllt.
"Einfach durchhalten", dachte er.
Als sich seine Freundin von ihm trennte, die ihm schon seit Monaten
vorgeworfen hatte, sich nur noch mit seiner Arbeit zu beschäftigen
und sich ansonsten für gar nichts mehr zu interessieren,
verspürte er lediglich Erleichterung, da ein Quell von Belastungen
nun wegfiel.
Drei Wochen später klappte Alex L. nach einer Sitzung zusammen -
Kreislaufkollaps. Der Anfangsverdacht der Ärzte auf einen frühzeitigen
Herzinfarkt konnte schnell ausgeräumt werden, körperlich war Alex L. in
Ordnung. "Burnout" lautete schliesslich die Diagnose, verursacht durch
psychischen Druck und fortdauernden Stress. Es war der Zeitpunkt,
zu dem Alex L. langsam ins Bewusstsein sickerte, dass er so wie bisher
zukünftig nicht mehr weitermachen könne.
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05.10.2010 - cmz
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