Burnout (engl. "to burn out" = "ausbrennen") ist ein Sammelbegriff und steht für
einen emotionalen, geistigen und körperlichen Erschöpfungszustand, der
durch eine Antriebs- und Leistungsschwäche gekennzeichnet ist
und typischerweise am Ende eines monate- oder sogar
jahrelang andauernden "Teufelskreises" aus
Überarbeitung und Überforderung steht
Ab diesem Zeitpunkt änderte sich etwas. Der Job wurde zur Qual,
die 14-Stunden-Arbeitstage zogen sich endlos dahin.
Kommunikation mit seinen Team-Kollegen und Klienten kostete Alex L.
unendliche Überwindung. Nie gekannte Zweifel am Sinn seiner Arbeit
überfielen ihn. Doch am schlimmsten war die Müdigkeit.
Schon morgens nach dem Aufstehen war da diese bleierne Schwere in den
Gliedern, die sich weder durch eiskaltes Duschen noch durch mehrere
Tassen Kaffee vertreiben liess. Tagsüber gesellten sich manchmal
Schwindel und Kopfschmerzen dazu, die er aber mit Schmerztabletten
in den Griff bekam.
Alex L. hatte das befremdende Gefühl,
wie eine Maschine zu funktionieren und sich selbst nur noch von aussen
zuzusehen. Wenn er abends oder nachts nach einem langen Arbeitstag
völlig erschöpft ins Bett fiel, konnte er dennoch nicht einschlafen,
sondern lag grübelnd wach, von einer fortdauernden Unruhe erfüllt.
"Einfach durchhalten", dachte er.
Als sich seine Freundin von ihm trennte, die ihm schon seit Monaten
vorgeworfen hatte, sich nur noch mit seiner Arbeit zu beschäftigen
und sich ansonsten für gar nichts mehr zu interessieren,
verspürte er lediglich Erleichterung, da ein Quell von Belastungen
nun wegfiel.
Drei Wochen später klappte Alex L. nach einer Sitzung zusammen -
Kreislaufkollaps. Der Anfangsverdacht der Ärzte auf einen frühzeitigen
Herzinfarkt konnte schnell ausgeräumt werden, körperlich war Alex L. in
Ordnung. "Burnout" lautete schliesslich die Diagnose, verursacht durch
psychischen Druck und fortdauernden Stress. Es war der Zeitpunkt,
zu dem Alex L. langsam ins Bewusstsein sickerte, dass er so wie bisher
zukünftig nicht mehr weitermachen könne.